Warum ein Fotograf einen Google Plus Account haben sollte

Nach dem Start von Google Plus vor ca. 1, 5 Jahren hat sich bei der sozialen Plattform des Internet-Riesen Google einiges getan. Im Dezember 2012 hat Google Plus bereits  500 Mio. Nutzer gemeldet und wächst damit so schnell wie einst Facebook. Aber warum sollte man sich als Fotograf einen Account bei Google Plus anlegen, wenn man bereits in diversen anderen Social Media Plattformen erfolgreich vertreten ist? Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt und mich auf die Suche nach den Vorteilen und Nachteilen von Google Plus für Fotografen gemacht.

Kundenbindung und Austausch mit anderen Fotografen

Ein Vorteil von Social Media Plattformen ist die Möglichkeit zur Kundenbindung und -gewinnung sowie der Austausch mit Kollegen und Experten aus der Branche. Google Plus stellt hier nichts bahnbrechend Neues dar, hat es den Nutzern allerdings sehr einfach gemacht, dieses Konzept erfolgreich umzusetzen. Die Organisation seiner Kontakte in Kreisen ist im Grunde nichts anderes als Gruppen in Facebook zu erstellen, allerdings mit viel weniger Aufwand. Paddy beschreibt in seinem Beitrag „Warum Google+ ein Gamechanger für Fotografen sein könnte“ wie man seine Kreise effektiv einsetzt, um mit seinen Nachrichten immer die richtigen Leute zu erreichen.

Ein weiteres schönes Feature, welches immer mehr Anhänger findet sind sogenannte „Hangouts“. Diese Videokonferenzen beinhalten ein riesiges Potenziel: Webinare, weltweiter Austausch mit anderen Künstlern, persönliche Kundengespräche und vieles mehr. Durch diesen persönlichen Austausch können interessante Kontakte geknüpft und eine sehr enge Kundenbeziehung aufgebaut werden, wie Olaf Bathke in seinem Beitrag „Google Plus Tipps! Oder: Eine Plattform der Fotografen?“ zeigt.

Google Plus verändert Suchergebnisse

Das ein Platz auf der 1. Seite der Suchergebnisse dazu führt, dass man mehr Besucher auf die eigene Webseite und dadurch auch mehr Kunden bekommt ist wohl jedem bewusst. Nur wie bekommt man das hin? In meinem vorherigen Beitrag Gastbeiträge in Fotografie-Magazinen habe ich euch schon einige Tipps gegeben, wie ihr euer Ranking bei Google verbessern könnt.

Mit Google Plus wird das Ganze um eine weitere Möglichkeit ergänzt. Die Suchergebnisse werden nämlich individuell angepasst. Wie das mit den personalisierten Suchergebnissen genau funktioniert, wird in dem Artikel „Ich als Rankingfaktor“ schön beschrieben. Ich gebe euch hier mal ein anschauliches Beispiel für Fotografen:

Paul hat sich beim Fotostudio Meyer ablichten lassen und war damit sehr zufrieden. Deshalb gibt Paul ein +1 für das Fotostudio Meyer. Sabine sucht bei Google nach einem Fotostudio. Da Sabine mit Paul auf Google Plus befreundet ist, wird in den Suchergebnissen das Fotostudio Meyer höher gelistet und bekommt den Zusatz „Paul gibt hierfür +1“.

Wie ihr seht wird dadurch zum einen euer Ranking verbessert je mehr +1 ihr bekommt, bzw. je mehr Personen euch in ihre Kreise aufnehmen und zum anderen erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Besucher auf euer Suchergebnis klicken.

Mit Google Plus ist es außerdem möglich Picasa, den Google Bilderdienst, mit seinem Google Plus Account zu verknüpfen, sodass eure Bilder in den öffentlichen Alben auch in Suchergebnissen wieder zu finden sind. Und was gibt es besseres für einen Fotografen, wenn seine Werke inklusive den Kommentaren und +1’s direkt bei Google angezeigt werden? Da ist der Klick auf die Webseite schon fast garantiert.

Eine ganz neue Funktion, ist mir selber auch nur aufgefallen, weil ich von einem Google Mitarbeiter darauf hingewiesen worden bin, ist die kostenlose Werbeeinblendung von Google Plus Seiten. Probiert es selbst einmal aus und sucht bei google nach „kwerfeldein„. Das Ganze funktioniert aber erst ab ca. 350 +1’s.

Weitere Vorteile von Google Plus für Fotografen

Ein weiterer Vorteil von Google Plus ist die nahtlose Integration in andere Dienste von Google. So ist es möglich seine Webseite oder seinen Blog mit dem Google Plus Profil zu verknüpfen, um bei Suchergebnissen mit einem Bild dargestellt zu werden. Verknüpft man seine Google Adwords Anzeigen mit seinem Google Plus Profil werden die +1’s als Erweiterung in den Google Werbeanzeigen dargestellt. Durch diese Zusätze wird die Klickrate weiter erhöht.

Und wie schaut es mit den Rechten aus?

Dazu kann ich euch in einem Satz sagen, dass es da nicht viel besser aussieht, als bei anderen Social Media Plattformen. Die Urheberrechte bleiben weiterhin bei dem Fotografen, allerdings werden Verwertungsrechte an Google Plus abgegeben. Man hat allerdings die Möglichkeit das Teilen von Bildern, Alben und Posts zu sperren. Außerdem ist bei einem erneuten Teilen von Inhalten der ursprüngliche Herausgeber stets sichtbar.

Hier findet ihr den genauen Auszug aus den AGB’s von Google Plus und einen direkten Vergleich mit Facebook. Ich würde auf jeden Fall empfehlen ein Wasserzeichen für eure öffentlichen Bilder zu verwenden, damit man den Ersteller eindeutig identifizieren kann.

Fazit: Google Plus revolutioniert die Welt der Fotografen

Google Plus ist im Moment mit 500 Mio. Mitgliedern auf einem guten Weg, auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis Facebook als Nummer 1 der sozialen Plattformen abgelöst wird, falls dies überhaupt irgendwann geschieht. Für Fotografen ist Google Plus allerdings schon jetzt hoch interessant und ich würde jedem empfehlen einen Google Plus Account anzulegen, um fleißig +1’s zu sammeln. Denn Google wird den Vorteil, wichtigste Suchmaschine der Welt zu sein, weiterhin ausspielen sodass damit zu rechnen ist, dass die Anzahl der personalisierten Suchergebnisse in Zukunft noch weiter steigen wird.

Falls ihr Anmerkungen habt oder ich über ein spezielles Thema noch einmal genauer berichten soll, könnt ihr dies natürlich gerne als Kommentar posten.

Deutsche Alternativen zu Smugmug, Zenfolio und Photoshelter

Deutsche Alternative zu Smugmug, Zenfolio und Photoshelter

Smugmug, Zenfolio und Photoshelter sind bekannte Namen im Bereich Webseiten und Onlineshops für Fotografen. Aber sind diese Anbieter wirklich für den deutschen Markt geeignet? In diesem Artikel möchte ich diese Fragestellung klären sowie die deutschen Alternativen zu Smugmug & Co. genauer unter die Lupe nehmen.

Die Story von Smugmug & Co.

Smugmug ist der Urvater von Shopsystemen für Fotografen und wurde 2002 in den USA als „Digital Photo Sharing Website“ gegründet. Der Leistungsumfang von Smugmug wurde im Laufe der Zeit um eine Shopfunktion ergänzt, sodass es nun möglich ist die Bilder über integrierte Fotolabore direkt zu bestellen. Inzwischen gibt es auf dem amerikanischen Markt mehrere solcher Anbieter, die sich bei dem harten Kampf, um die Gunst der Fotografen behauptet haben, nämlich Zenfolio und Photoshelter. Obwohl diese Dienstleister ein sehr ausgereiftes Produkt für den Fotoverkauf anbieten, sind diese für den deutschen Markt jedoch nicht ohne größere Probleme einsetzbar. Zum Beispiel hat Smugmug und Zenfolio keine deutschen Fotolabore als Printpartner integriert. Dadurch entstehen erhöhte Lieferzeiten und -kosten bei der Produktion. Und falls es zu Problemen bei Bestellungen oder der Einrichtung des Shops kommt, gibt es leider nur einen englischsprachigen Support.

Auf der Suche nach deutschen Alternativen

Deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht und nach deutschen Alternativen zu Smugmug und Co. Ausschau gehalten. Die Anforderungen waren hoch, schließlich hat die amerikanische Konkurrenz einiges zu bieten. Unser deutsches System sollte also folgende Kriterien erfüllen:

  • Qualitativ hochwertige und vor allem in Deutschland lokalisierte Fotolabore als Printpartner
  • Deutschsprachiges Menü zum Einrichten meiner Webseite und Onlineshop
  • Deutschsprachiger und erreichbarer Support
  • Einfache Handhabung und Einrichtung der Webseite (ohne Programmierkenntnisse)
  • übersichtliche Darstellung meiner Bilder in Galerien, sortiert nach Themen, Events oder Kunden
  • Möglichkeit einzelne Onlinealben durch Passwörter zu schützen
  • Möglichkeit Bilder als Download oder Produkt (Abzug, Poster, Acryl-Glas, etc.) anzubieten
  • Produkte und Preise selbst bestimmen

Nach einiger Zeit bin ich schließlich fündig geworden. Von den drei großen Anbietern in Deutschland fotograf.de, fotoportopro.de und bytepix.de hat sich nach einigem Vergleichen fotograf.de als einziger Anbieter herausgestellt, der alle oben genannten Kriterien erfüllt.

fotograf.de als deutsches Pendant zu Smugmug, Zenfolio und Photoshelter

Ich starte mit dem für mich wichtigsten Kriterium: ein direkt angebundenes, qualitativ hochwertiges und in Deutschland lokalisiertes Fotolabor zum Verkauf von Fotos. Hiervon bietet fotograf.de gleich fünf davon. Die integrierten Partner sind WhiteWall, FujiFilm, PosterXXL, DPL und xPressLab. Welches Labor man wählt ist natürlich Geschmacksache, aber da ich schon seit einigen Jahren Stammkunde bei WhiteWall für große Prints bin, fiel mir die Wahl einfach. Die Qualität der Produkte kann ich nicht von allen Laboren beurteilen, da ich von den integrierten Laboren bisher nur WhiteWall benutzt habe, aber mein anfängliches Kriterium ist trotzdem erfüllt.

Nun zu den weiteren Punkten: fotograf.de besitzt als Smugmug-Alternative eine deutsche Benutzer-Oberfläche zum Einrichten der Webseite. Zudem hat mich der deutschsprachige Support tatkräftig bei meinen kleineren Problemchen unterstützt.

Die einzelnen Onlinealben kann ich bei fotograf.de mit einem Passwort schützen. Man hat ebenfalls die Möglichkeit Unterordner zu erstellen und Passwörter hierfür zu definieren. Sehr praktisch für Leute, die viel fotografieren und dementsprechend viele Bilder auf ihrer Seite haben. Die übersichtliche Darstellung ist damit also zufriedenstellend erfüllt.

Nun zu den Produkten: die Liste der Produkte ist lang. Sie reicht von Leinwänden, Acryl-Glas Drucken über Poster und Fine Art Prints bis hinzu den klassischen Abzügen. Allerdings ist die Darstellung im Administrationsmenü ein wenig unübersichtlich, da jedes Produkt in allen verfügbaren Größen aufgelistet wird. Die einzelnen Onlinealben müssen vor dem Verkauf einem Preisprofil zugeordnet werden. Diese Preisprofile können individuell erstellt werden, indem die Produkte und die zugehörigen Preise hinzugefügt werden. Hier kann ich auch das Produkt „Download“ auswählen und einen Preis dafür definieren. Etwas umständlich, aber funktioniert einwandfrei.

Nun noch zu einem kleinen Extra, welches kein mir bekannter Anbieter im Repertoir hat: Und zwar gibt es bei fotograf.de das sogenannte QR-Tagging. Damit können Bilder einzelnen Personen zugeordnet werden. Ziemlich praktisch für Schul- und Kindergartenfotografen, aber auch für alle Event- und Peoplefotografen.

Fazit

Mit fotograf.de (Funktionsübersicht) gibt es, abgesehen von einigen Kleinigkeiten, nun endlich einen ebenbürtige deutschsprachige Alternative zu Smugmug, Zenfolio und Photoshelter.

In den nächsten Wochen wird ein Anschlussartikel zu diesem veröffentlicht werden, indem die dann der deutsche Markt noch einmal genauer beleuchtet werden soll.

Ich freue mich natürlich wie immer über eure Meinungen oder Erfahrungen zu diesem Thema!